Während Innovation zurecht als Schlüssel für den Unternehmenserfolg betrachtet wird, geht die tägliche Praxis an innovativen Ansätzen in vielen Betrieben scheinbar über ein reines Lippenbekenntnis nicht hinaus. Gute Manager sind sich aber dieses Dilemmas bewußt, doch rigide bürokratische Geschäfts- und IT-Umgebungen lassen meist keine raschen Reaktionen zu, wenn sich entsprechende Gelegenheiten ergeben würden. Deshalb ist es erforderlich, dass Manager technologische Kompetenz erwerben und das enorme Veränderungspotential von IT erkennen lernen. Um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen zu sichern, müssen sie letztendlich entscheiden, wie sie IT als Ausgangspunkt für Wissensprozesse und Innovationen einsetzen wollen.
Nur Unternehmen, die Technologie als Innovationsplattform nutzen, verschaffen sich einen Vorsprung vor denjenigen, die IT und/oder Prozesse durch überbordende Bürokratie in Form von Governance, Centers of Excellence und Best Practices kontrollieren. Jeder Tag ohne Innovation ist für ein Unternehmen verloren, weil die Wirtschaft eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ist, wo das Tempo täglich verschärft wird. Wenn innovative Prozesse gestoppt werden müssen, um nach der nächsten richtigen Abzweigung zu suchen, besteht die Gefahr des Überrolltwerdens. Das Verpassen einer geeigneten Abzweigung kostet hingegen Zeit und Geld. Tausende solcher Entscheidungen werden tagtäglich in Unternehmen gefällt und je mehr sie automatisiert sind, desto weniger werden Veränderungen in der Außenwelt wahrgenommen. Evolutionäre Veränderungen können nicht in innovative Prozesse programmiert werden. Die langfristigen Auswirkungen des Unterdrückens von implizitem Wissen durch Optimierung sind dramatisch.
Der einzig gangbare Weg für ein Unternehmen, innovative Prozesse und neuartige Verfahren durch Transparenz, Flexibilität und Adaptierung der Unternehmensabläufe zu verbessern, liegt in einer eingebetteten Business Architecture inklusive Strategie, Ressourcen, Beziehungen, Geschäftseinheiten und Prozessen. Dies erfordert wieder eine Steuerung der Interaktion durch die Benutzer und nicht durch vordefinierte Prozesse. Stattdessen bedarf es eines kollaborativen Informationsaustausches und einer freien Ausführung von vielen möglichen Service- und Lösungsaufgaben, während das Management anleitend tätig werden kann. Statt Bürokratie und Methodik zur Fesselung der Akteure muss Technologie sie ermächtigen und die Mittel zur Erreichung eines spezifischen Ziels und zur Schaffung echten Wertes für das Unternehmen bereitstellen.